Was ist die Sherlock-Retrospektive?
Bei der Sherlock-Retrospektive untersucht euer Team den letzten Sprint so, wie Sherlock Holmes einen Fall bearbeitet: Ihr beginnt bei den Beweisen, folgt den Hinweisen und zieht erst dann Schlüsse. Durch den Detektiv-Rahmen bleibt die Diskussion bei Fakten und Mustern. So lässt sich leichter über Probleme sprechen, ohne dass sich jemand beschuldigt fühlt. Das Board hat vier Bereiche. In „Fall gelöst“ kommen die Probleme, die das Team gelöst, und die Ziele, die es erreicht hat. „Hinweise“ umfasst die Tools, Praktiken und Gewohnheiten, die unterwegs geholfen haben. „Elementar“ ist für das, was das Team gelernt hat, und „Rätsel“ für die Fragen, auf die noch niemand eine Antwort hat. Das Format eignet sich gut, wenn das Team einem wiederkehrenden Problem auf der Spur ist oder verstehen will, was zu einem Erfolg oder Misserfolg geführt hat. Aus den Rätseln wird oft die nächste Ermittlung. Legt deshalb zum Schluss fest, wer sich bis zur nächsten Retro um die wichtigsten offenen Fragen kümmert.
Ablauf der Sherlock-Retrospektive
Fall gelöst
Was haben wir gelöst?
Beginnt mit den Fällen, die das Team abgeschlossen hat. Fragt nach konkreten gelösten Problemen und erreichten Zielen und sucht dann nach Mustern, wie das Team sie gelöst hat.
Hinweise
Was hat uns unterwegs geholfen?
Fragt, welche Tools, Praktiken und Gewohnheiten dem Team zum Erfolg verholfen haben. Achtet nicht nur auf die offensichtlichen, sondern auch auf die unauffälligen Faktoren, und sprecht darüber, wie ihr sie weiter nutzen könnt.
Elementar
Was haben wir gelernt?
Fragt, was das Team in diesem Sprint gelernt hat, sowohl technisch als auch beim Vorgehen. Helft dabei, jede Erkenntnis so zu formulieren, dass das Team beim nächsten Mal danach handeln kann.
Rätsel
Was ist noch ein Rätsel?
Dieser Bereich ist für offene Fragen und ungeklärte Probleme. Behandelt jede davon als Fall, den es zu untersuchen gilt, und besprecht, wie das Team die Antwort finden kann und wer sich darum kümmert.
Wann sollte diese Retrospektive durchgeführt werden?
- Wenn das Team ein komplexes oder wiederkehrendes Problem untersuchen muss
- Nach einem schwierigen Projekt, um zu verstehen, was zum Erfolg oder Misserfolg geführt hat
- Wenn ihr mehr analytisches Denken in eure Retrospektiven bringen wollt
- Wenn das Team einen neuen Ansatz zur Problemlösung ausprobieren möchte
Vorschläge für Fragen zum Icebreaker
- Wenn du Detektiv wärst, was wäre deine typische Methode, um Fälle zu lösen?
- Was ist das größte Rätsel, das du in deinem Berufsleben gelöst hast?
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Ideen und Tipps für Ihre Retrospektive
- Bittet alle, ihre Punkte wie ein Detektiv mit Belegen und Beobachtungen zu untermauern
- Nutzt das Detektiv-Thema, um die Diskussion bei Fakten und Mustern zu halten und Schuldzuweisungen zu vermeiden
- Nehmt euch genug Zeit für die Ermittlung. Zieht keine voreiligen Schlüsse, bevor ihr alle Hinweise betrachtet habt
- Führt eine „Fallakte“ mit Maßnahmen und Erkenntnissen, um den Fortschritt über die Zeit zu verfolgen
- Stellt bohrende Fragen, um Problemen auf den Grund zu gehen und die eigentlichen Ursachen zu finden
- Sorgt dafür, dass sich alle trauen, Beobachtungen und noch unfertige Theorien zu teilen