System

Welche Technologien, Software oder Tools beeinflussen möglicherweise die Leistung oder Ergebnisse unseres Teams?

Unsere Deployment-Pipeline fällt zu Stoßzeiten oft aus
Die Testumgebung entspricht nicht den Produktionseinstellungen
Die Integration zwischen unserem Task-Tracking und den Git-Tools ist unzuverlässig
Prozess

Welche Abläufe oder Arbeitsschritte verursachen Verzögerungen oder Ineffizienzen in unserer Arbeit?

Code-Reviews dauern mit vielen Hin-und-her-Runden zu lange
Keine klare Definition of Done für User Stories
Sprint-Planning-Meetings überziehen regelmäßig die geplante Zeit
Formulare

Welche Probleme mit unseren Vorlagen oder Dokumentationen könnten Klarheit oder Genauigkeit beeinträchtigen?

Der User-Story-Vorlage fehlt ein Abschnitt für Akzeptanzkriterien
Das Formular für Incident-Berichte erfasst die Grundursache nicht richtig
Die Dokumentation ist über mehrere Plattformen verstreut
Menschen

Welche Faktoren bei Fähigkeiten, Kommunikation oder Rollen beeinflussen unseren Erfolg?

Dem Team fehlt Erfahrung mit dem neuen Tech-Stack
Kommunikationslücken zwischen Teammitgliedern im Homeoffice und im Büro
Unklare Rollen und Verantwortlichkeiten in funktionsübergreifenden Projekten
Richtlinien

Welche Vorgaben oder Regeln passen nicht zu unserer tatsächlichen Arbeitsweise oder bereiten Schwierigkeiten?

Sicherheitsrichtlinien erschweren die lokale Entwicklung
Das Change-Management ist für schnelle Fixes zu starr
Die Urlaubsregelung führt zu Engpässen bei den Ressourcen
Arbeitsumgebung

Was an unserem physischen oder virtuellen Arbeitsplatz beeinträchtigt Zusammenarbeit oder Produktivität?

Schlechte Internetverbindung an Remote-Arbeitsorten
Es fehlen ruhige Räume für konzentriertes Arbeiten
Unsere virtuellen Kollaborationstools erfüllen unsere Anforderungen nicht gut

Was ist die Fischgräten-Retrospektive (Ishikawa)?

Die Fischgräten-Retrospektive (Ishikawa) hilft eurem Team, die eigentlichen Ursachen eines Problems zu finden, statt nur seine Symptome zu behandeln. Sie basiert auf dem Ursache-Wirkungs-Diagramm, das Kaoru Ishikawa in den 1960er-Jahren bekannt gemacht hat. Es ordnet mögliche Ursachen in einer Form an, die an ein Fischskelett erinnert. In dieser Vorlage arbeitet euer Team sechs Ursachenkategorien durch: System, Prozess, Formulare, Menschen, Richtlinien und Arbeitsumgebung. Wer Kategorie für Kategorie vorgeht, schaut über die erste naheliegende Erklärung hinaus. So kommen auch Ursachen zur Sprache, die außerhalb des eigenen Bereichs liegen. Am meisten bringt sie bei Problemen mit mehreren Einflussfaktoren, bei denen eine offensichtliche Lösung nicht funktioniert hat. Wenn ihr die Ursachen in Kategorien sortiert, wird sichtbar, wie sie zusammenhängen, und ihr erkennt, welche Änderung am meisten bewirkt. Ein Fischgrätendiagramm (auch Ishikawa-Diagramm oder Ursache-Wirkungs-Diagramm genannt; alle drei Namen bezeichnen dasselbe Werkzeug) setzt das Problem an den „Kopf“ des Fisches und zeichnet die wichtigsten Ursachenkategorien als Gräten, die von der Hauptgräte abzweigen. In der ursprünglichen Form aus Fertigung und Qualitätsmanagement sind das die „6 M“: Mensch (Personal), Methode (Prozess), Maschine (Ausstattung), Material (Einsatzstoffe), Messung (Daten und Kennzahlen) und Mitwelt (das Umfeld). Das Team sammelt an jeder Gräte mögliche Ursachen und fragt dann immer wieder „Warum?“, um jeden Zweig bis zur Grundursache zu verfolgen. Die Kategorien dieser Vorlage übertragen die 6 M auf Software- und Wissensarbeitsteams. Die Technik bleibt gleich, nur die Bezeichnungen sind an eure Arbeit angepasst. Steht am Kopf des Fisches zum Beispiel „Releases verzögern sich ständig“, könnte eine Ursache unter Menschen „wichtiger Reviewer ist ein Engpass“ lauten, unter Prozess „keine Definition of Done“ und unter System „instabile CI-Pipeline“. Wenn ihr Ursachen so abbildet, verhindert ihr, dass euer Team nur ein Symptom behebt und übersieht, was das Problem wirklich antreibt.

Format der Fischgräten-Retrospektive

System

Welche Technologien, Software oder Tools beeinflussen möglicherweise die Leistung oder Ergebnisse unseres Teams?

Schaut euch eure technische Infrastruktur, eure Software-Tools und die Schnittstellen zwischen Systemen an. Fragt nach offensichtlichen technischen Fehlern, aber auch nach den unauffälligeren Wechselwirkungen zwischen Systemen, die die Arbeit ausbremsen.

Prozess

Welche Abläufe oder Arbeitsschritte verursachen Verzögerungen oder Ineffizienzen in unserer Arbeit?

Sucht nach Engpässen, doppelten Arbeitsschritten und Lücken in euren Abläufen. Wenn ihr nach konkreten Schritten fragt, wie die Arbeit erledigt wird, kann das Team Prozessprobleme leichter von anderen Ursachen unterscheiden.

Formulare

Welche Probleme mit unseren Vorlagen oder Dokumentationen könnten Klarheit oder Genauigkeit beeinträchtigen?

Schaut euch eure Vorlagen und Dokumentation an. Finden die Leute, was sie brauchen? Ist alles vollständig, und erfüllt es seinen Zweck? Bezieht informelle Dokumente genauso ein wie formelle.

Menschen

Welche Faktoren bei Fähigkeiten, Kommunikation oder Rollen beeinflussen unseren Erfolg?

Sprecht über Fähigkeiten, Kommunikation und Rollen, ohne Schuld zuzuweisen. Konzentriert euch auf die Rahmenbedingungen, etwa unklare Rollen oder Wissenssilos, und nicht auf Kritik an einzelnen Personen.

Richtlinien

Welche Vorgaben oder Regeln passen nicht zu unserer tatsächlichen Arbeitsweise oder bereiten Schwierigkeiten?

Schaut euch die geschriebenen und ungeschriebenen Regeln an, die die Arbeit beeinflussen. Fragt bei jeder Richtlinie, ob sie die heutige Arbeitsweise des Teams noch unterstützt oder ihr im Weg steht.

Arbeitsumgebung

Was an unserem physischen oder virtuellen Arbeitsplatz beeinträchtigt Zusammenarbeit oder Produktivität?

Betrachtet den physischen und virtuellen Arbeitsplatz, also eure Tools, die Büroaufteilung und wie gut die Zusammenarbeit remote funktioniert.

Wann sollte diese Retrospektive durchgeführt werden?

  • Wenn ein Problem wahrscheinlich mehr als eine Ursache hat
  • Nach einem größeren Vorfall, der eine strukturierte Analyse braucht, bevor jemand eine Lösung vorschlägt
  • Wenn das Team immer wieder Symptome behebt und das Problem trotzdem zurückkommt
  • In Projekt-Post-Mortems oder Incident-Reviews, damit sich derselbe Fehler nicht wiederholt

Vorschläge für Fragen zum Icebreaker

  • Wenn unser Team eine Maschine wäre: Welches Teil bräuchte gerade die meiste Wartung?
  • Was ist die überraschendste Lösung, die du für ein wiederkehrendes Problem gefunden hast?

Möchten Sie eine Aufwärmübung, bei der Ihr Team aktiv mitmacht, und nicht nur laut Antworten gibt? Kostenlose Icebreakers durchsuchen →

Ideen und Tipps für Ihre Retrospektive

  • Formuliert eine klare Problembeschreibung am Kopf des Fisches, bevor jemand eine Ursache ergänzt
  • Achtet darauf, dass alle in jeder Kategorie Ursachen beitragen, auch in denen außerhalb ihrer eigenen Rolle
  • Wartet mit Lösungen, bis alle Ursachen erfasst sind
  • Nutzt die 5-Why-Methode innerhalb jeder Kategorie, um über die erste Antwort hinauszugehen
  • Haltet jede Ursache fest, auch wenn sie anfangs unbedeutend wirkt
  • Plant 90–120 Minuten ein, damit ihr alle sechs Kategorien gründlich behandeln könnt

Häufig gestellte Fragen

Was sind die 6 M eines Fischgrätendiagramms?
Das sind die klassischen Ursachenkategorien eines Fischgräten- bzw. Ishikawa-Diagramms in Fertigung und Qualitätsmanagement: Mensch (Personal), Methode (Prozess), Maschine (Ausstattung und Werkzeuge), Material (Einsatzstoffe), Messung (Daten und Kennzahlen) und Mitwelt (Umfeld). Jedes M wird zu einer Gräte an der Hauptgräte, und das Team sammelt darunter mögliche Ursachen. Diese Vorlage überträgt die Idee mit System, Prozess, Formulare, Menschen, Richtlinien und Arbeitsumgebung auf Software- und Wissensarbeitsteams.
Was ist der Unterschied zwischen einem Fischgräten- und einem Ishikawa-Diagramm?
Es gibt keinen. Fischgrätendiagramm, Ishikawa-Diagramm und Ursache-Wirkungs-Diagramm sind drei Namen für dasselbe Werkzeug. „Fischgräte“ bezieht sich auf die Form, „Ishikawa“ auf Kaoru Ishikawa, den japanischen Experten für Qualitätskontrolle, der es in den 1960er-Jahren bekannt gemacht hat.
Wie führt man eine Ursachenanalyse mit einem Fischgrätendiagramm durch?
Schreibt das Problem an den Kopf des Fisches und zeichnet die Ursachenkategorien als Gräten an der Hauptgräte ein. Sammelt unter jeder Kategorie Ursachen und fragt dann so lange „Warum?“, bis ihr bei einer Grundursache statt bei einem Symptom angekommen seid. Wählt die wahrscheinlichsten Grundursachen mit der größten Wirkung aus und leitet daraus Maßnahmen ab.
Wer hat das Ishikawa-Diagramm erfunden?
Es ist nach Kaoru Ishikawa benannt, einem japanischen Organisationstheoretiker und Pionier des Qualitätsmanagements, der es in den 1960er-Jahren bekannt gemacht hat. Bis heute ist es ein Standardwerkzeug in der Ursachenanalyse und im Qualitätsmanagement der Fertigung.
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