Die Sprint-Review und die Sprint-Retrospektive sind zwei unterschiedliche Veranstaltungen, die am Ende jedes Sprints stattfinden und häufig verwechselt werden. Der einfachste Weg, sie voneinander zu unterscheiden: Bei der Sprint-Review wird das Produkt gemeinsam mit den Stakeholdern begutachtet, während die Sprint-Retrospektive darauf abzielt, die Arbeitsweise des Teams zu verbessern. Sie benötigen beides, und sie sind nicht austauschbar.

Falls Sie noch nicht mit dem gesamten Spektrum der Scrum-Meetings vertraut sind, lesen Sie bitte zunächst die Erläuterungen zu den vier Scrum-Zeremonien. In diesem Kapitel werden die beiden Meetings näher beleuchtet, die den Sprint abschließen.

Sprint-Review vs. Sprint-Retrospektive auf einen Blick

Sprint-ReviewSprint-Retrospektive
SchwerpunktDas Produkt (das, was entwickelt wurde)Der Ablauf (wie das Team gearbeitet hat)
Frage, auf die sie eine Antwort gibt„Was sollen wir als Nächstes bauen?“„Wie können wir im nächsten Sprint besser arbeiten?“
GesichterNach außen, an die InteressengruppenIntern, an das Team
Wer nimmt daran teil?Scrum-Team + InteressengruppenNur Scrum-Team
AusgabeAktualisiertes Produkt-BacklogEine kurze Auflistung der Verbesserungen im Team
BestellungErstensZweitens
Zeitrahmen (2-wöchiger Sprint)Bis zu ca. 2 StundenBis zu ca. 90 Minuten

Wozu dient die Sprint-Review?

Die Sprint-Review ist eine Arbeitssitzung, in der das Team die während des Sprints abgeschlossenen Arbeiten vorstellt und Feedback einholt. Die Beteiligten sehen, was tatsächlich umgesetzt wurde, stellen Fragen und reagieren darauf. Diese Reaktionen führen häufig zu einer Neugestaltung des Product Backlogs und der Ausrichtung des nächsten Sprints. Es handelt sich um eine Zusammenarbeit, bei der es um das Produkt und die nächsten Schritte geht, und nicht um eine einseitige Demonstration oder eine Abnahmebesprechung.

Wozu dient die Sprint-Retrospektive?

Die Sprint-Retrospektive ist die interne Gelegenheit für das Team, sich selbst (seine Mitglieder, Beziehungen, Prozesse und Werkzeuge) zu überprüfen und sich zu konkreten Verbesserungen zu verpflichten. Sie findet im Anschluss an die Review statt, damit das Team etwaiges Produktfeedback einbeziehen kann, und Stakeholder werden bewusst ausgeschlossen, damit die Teammitglieder offen sprechen können. Das Ergebnis ist keine Produktentscheidung, sondern eine kleine, vom Team selbst verantwortete Reihe von Maßnahmen, die es im nächsten Sprint ausprobieren wird. Dies ist der Motor der kontinuierlichen Verbesserung und bildet den Schwerpunkt des restlichen Leitfadens. Beginnen Sie mit Was ist eine Sprint-Retrospektive?.

Warum Sie beides benötigen

Es ist verlockend, beide Verfahren zusammenzufassen, um Zeit zu sparen, doch sie zielen in unterschiedliche Richtungen. Die Überprüfung ist nach außen gerichtet und produktorientiert; die Retrospektive ist nach innen gerichtet und teamorientiert. Kombiniert man sie, gerät der ehrliche, manchmal unbequeme Prozessdialog ins Hintertreffen. Niemand möchte vor dem Kunden anmerken: „Unsere Tests werden überstürzt durchgeführt.“ Indem man sie getrennt hält, wird die psychologische Sicherheit gewahrt, die die Retrospektive benötigt (siehe Aufbau einer psychologisch sicheren Retrospektive).

Es lohnt sich zudem, die Sprint-Retrospektive von einer Retrospektive mit längerem Zyklus, wie beispielsweise einer Release- oder Projektretrospektive, zu unterscheiden. Einen Vergleich hierzu finden Sie in unserem Artikel zum Thema Sprint-Retrospektive versus Release-Retrospektive.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen einer Sprint-Review und einer Sprint-Retrospektive?

Bei der Sprint-Review wird das Produkt begutachtet, wobei das Team vorführt, was es entwickelt hat, und Feedback von den Stakeholdern einholt, um zu entscheiden, wie es weitergehen soll. Bei der Sprint-Retrospektive wird der Prozess überprüft: Das Team reflektiert seine Arbeitsweise und vereinbart Verbesserungen für den nächsten Sprint. Bei der Review geht es um das „Was“ und richtet sich nach außen an die Stakeholder; bei der Retrospektive geht es um das „Wie“ und richtet sich nach innen an das Team.

Was findet zuerst statt: die Sprint-Review oder die Retrospektive?

Zunächst findet die Sprint-Review statt, gefolgt von der Sprint-Retrospektive; beide finden am Ende des Sprints statt. Indem das Produkt zunächst gemeinsam mit den Stakeholdern begutachtet wird, kann das Team dieses aktuelle Feedback in die Retrospektive einbringen, in der es darüber nachdenkt, wie die Arbeit verlaufen ist und was geändert werden sollte.

Können Sie die Sprint-Review und die Retrospektive zu einer einzigen Besprechung zusammenfassen?

Es ist am besten, diese beiden Veranstaltungen getrennt zu halten. Sie verfolgen unterschiedliche Ziele, richten sich an unterschiedliche Teilnehmer und haben einen unterschiedlichen Ton. Die Review ist ein nach außen gerichteter Produktdialog mit den Stakeholdern, während die Retrospektive ein offenes Gespräch ausschließlich innerhalb des Teams darüber ist, wie Verbesserungen erzielt werden können. Eine Zusammenlegung dieser beiden Veranstaltungen führt häufig dazu, dass die ehrliche Reflexion, auf der die Retrospektive beruht, in den Hintergrund gerät, da die Teilnehmer zögern, Prozessprobleme vor den Stakeholdern anzusprechen.

Wer nimmt an der Sprint-Review und der Sprint-Retrospektive teil?

An der Sprint-Review nehmen das gesamte Scrum-Team sowie vom Product Owner eingeladene wichtige Stakeholder teil, da ihr Zweck darin besteht, Feedback zum Produkt einzuholen. An der Sprint-Retrospektive nimmt ausschließlich das Scrum-Team teil (die Entwickler, der Product Owner und der Scrum Master), damit das Team offen darüber sprechen kann, wie es arbeitet.