Scrum umfasst drei Rollen: den Product Owner, den Scrum Master und die Entwickler. Zusammen bilden sie das Scrum-Team – eine kleine, funktionsübergreifende Gruppe, die über alles verfügt, was sie benötigt, um in jedem Sprint einen Mehrwert zu schaffen. Der aktuelle Scrum Guide bezeichnet diese als Verantwortungsbereiche statt als Rollen, um zu betonen, dass jeder dieser Bereiche beschreibt, wofür ein Teil des Teams verantwortlich ist, und nicht eine Berufsbezeichnung darstellt – dennoch bleibt „Scrum-Rollen“ der gängige Begriff.

Die drei Scrum-Rollen

Der Product Owner

Der Product Owner ist dafür verantwortlich, den Wert des Produkts zu maximieren. Er ist für das Product Backlog verantwortlich – was darin enthalten ist, wie es geordnet ist und dass es für alle verständlich ist. Er entscheidet, was das Team entwickelt und warum, und bringt dabei die Bedürfnisse der Kunden, der Stakeholder und des Unternehmens in Einklang. Ein guter Product Owner sagt oft „Nein“, damit sich das Team auf die wertvollsten Aufgaben konzentrieren kann.

Der Scrum Master

Der Scrum Master ist für die Effektivität des Scrum-Teams und für die Art und Weise, wie Scrum umgesetzt wird, verantwortlich. Er ist ein dienender Führungskraft, kein Manager: Er coacht das Team, moderiert die Scrum-Veranstaltungen, beseitigt Hindernisse und sorgt dafür, dass das Team seinen Fokus behält. Der Scrum Master moderiert in der Regel die Sprint-Retrospektive und die anderen Scrum-Zeremonien und setzt sich dafür ein, die psychologische Sicherheit aufzubauen, die das Team benötigt, um sich weiterzuentwickeln.

Die Entwickler

Die Entwickler sind diejenigen, die in jedem Sprint die Arbeit zur Erstellung des Inkrements leisten – unabhängig davon, welche Kombination von Fähigkeiten dafür erforderlich ist (Entwicklung, Design, Testen und mehr). Sie sind dafür verantwortlich, wie die Arbeit erledigt wird: den Sprint zu planen, ein nutzbares Inkrement zu erstellen und sich gegenseitig an die „Definition of Done“ zu halten. Im Scrum Guide 2020 hat der Begriff „Entwickler“ den früheren Begriff „Entwicklungsteam“ abgelöst, und Scrum erkennt innerhalb der Gruppe keine Unterteams oder Titel mehr an.

Wie die drei Rollen zusammenwirken

Die drei Rollen sind bewusst ausgewogen. Der Product Owner legt fest, was wichtig ist; die Entwickler entscheiden, wie es umgesetzt wird; der Scrum Master sorgt dafür, dass das Team gut zusammenarbeitet und sich kontinuierlich verbessert. Keine Rolle ist für die anderen „verantwortlich“ – es handelt sich um gleichberechtigte Partner mit unterschiedlichen Zuständigkeiten, und Scrum funktioniert am besten, wenn jeder den Zuständigkeitsbereich des anderen respektiert. Bei der Retrospektive tritt das gesamte Scrum-Team gemeinsam einen Schritt zurück, um zu überprüfen, wie die Zusammenarbeit verläuft, und sich darauf zu einigen, wie sie verbessert werden kann.

Häufig gestellte Fragen zu den Scrum-Rollen

Welche drei Rollen gibt es bei Scrum?

Scrum umfasst drei Rollen, die im aktuellen Scrum Guide als Verantwortungsbereiche bezeichnet werden: der Product Owner, der Scrum Master und die Entwickler. Zusammen bilden sie das Scrum-Team. Der Product Owner ist für das „Was“ und das „Warum“ verantwortlich, die Entwickler für das „Wie“, und der Scrum Master ist für die Effektivität des Teams sowie für die Art und Weise, wie Scrum umgesetzt wird, verantwortlich.

Was ist der Unterschied zwischen einem Scrum Master und einem Product Owner?

Der Product Owner maximiert den Wert des Produkts – er ist für das Product Backlog verantwortlich, legt dessen Reihenfolge fest und entscheidet, was das Team entwickelt und warum. Der Scrum Master ist eine dienende Führungskraft, die für die Effektivität des Teams verantwortlich ist – er coacht das Team, moderiert die Veranstaltungen (einschließlich der Retrospektive) und beseitigt Hindernisse. Der eine konzentriert sich auf das Produkt, der andere darauf, wie das Team arbeitet.

Gibt es in Scrum Rollen oder Verantwortungsbereiche?

Beide Begriffe bezeichnen dieselben drei Positionen. In älteren Scrum-Unterlagen ist von „Rollen“ die Rede (Product Owner, Scrum Master, Entwicklungsteam). Der Scrum Guide 2020 hat diese Begriffe in „Verantwortungsbereiche“ umformuliert und das Entwicklungsteam in „Entwickler“ umbenannt, um zu betonen, dass es sich dabei um die jeweiligen Zuständigkeiten der Teammitglieder handelt und nicht um Berufsbezeichnungen. Im Alltag verwenden die meisten Teams jedoch weiterhin den Begriff „Scrum-Rollen“.

Wer leitet die Sprint-Retrospektive?

Der Scrum Master moderiert in der Regel die Sprint-Retrospektive als Teil seiner Verantwortung für die Effektivität des Teams und für den reibungslosen Ablauf der Scrum-Veranstaltungen. Die Moderation kann zwar rotieren – in einem ausgereiften Team wird diese Aufgabe oft gemeinsam wahrgenommen –, doch der Scrum Master bleibt dafür verantwortlich, dass die Retrospektive stattfindet und zu echten Verbesserungen führt.

Weiterführende Literatur