Scrum umfasst drei Artefakte: das Produkt-Backlog, das Sprint-Backlog und das Inkrement. Jedes davon steht für Arbeit oder Wert und dient dazu, Transparenz zu schaffen – damit das Team und seine Stakeholder ein gemeinsames, ehrliches Bild davon haben, was geplant, in Arbeit und bereits erledigt ist. Im Scrum Guide von 2020 ist mit jedem Artefakt zudem eine Verpflichtung verbunden, die dafür sorgt, dass es seinen Fokus behält.

Die drei Scrum-Artefakte und die damit verbundenen Verpflichtungen

Das Product Backlog – Verpflichtung: das Produktziel

Das Product Backlog ist die einzige, geordnete Liste aller Maßnahmen, die zur Verbesserung des Produkts ergriffen werden könnten. Es unterliegt der Verantwortung des Product Owners und ist niemals vollständig – es entwickelt sich weiter, während sich das Produkt und sein Markt verändern. Sein Leitprinzip, das Produktziel, beschreibt das längerfristige Ziel, auf das das Team hinarbeitet, sodass das Backlog stets im Dienste eines konkreten Ziels geordnet ist.

Das Sprint-Backlog – Verpflichtung: das Sprint-Ziel

Das Sprint-Backlog umfasst die Elemente, die die Entwickler aus dem Produkt-Backlog für den aktuellen Sprint auswählen, sowie ihren Plan zur Umsetzung dieser Elemente. Im Mittelpunkt steht dabei das Sprint-Ziel – das einzige Ziel für den Sprint, das der Arbeit einen roten Faden verleiht und dem Team hilft, Kompromisse zu finden, wenn die Realität dazwischenkommt. Das Sprint-Backlog ist der eigene Plan des Teams, der im Laufe des Sprints aktualisiert wird, sobald das Team neue Erkenntnisse gewinnt.

Der Inkrement – Verpflichtung: Die Definition von „Fertig“

Das Inkrement ist ein nutzbarer, wertvoller Schritt in Richtung des Produktziels – die Summe aller abgeschlossenen Arbeiten. Seine Grundlage bildet die Definition of Done, der gemeinsame Standard, den eine Arbeit erfüllen muss, um als abgeschlossen zu gelten (zum Beispiel: geprüft, getestet, dokumentiert, bereitstellbar). Arbeiten, die die „Definition of Done“ nicht erfüllen, sind nicht Teil des Inkrements. Teams überprüfen und präzisieren ihre „Definition of Done“ häufig im Rahmen der Retrospektive.

Wie die Artefakte für Transparenz sorgen

Die Artefakte sind keine bloße Papierarbeit – sie sind das, was Scrum authentisch hält. Jedes einzelne wird im Rahmen einer Scrum-Zeremonie überprüft: das Product Backlog bei der Verfeinerung und Planung, das Sprint Backlog beim Daily Scrum und das Increment bei der Sprint-Review. Wenn die Artefakte transparent gehalten werden und die darin enthaltenen Verpflichtungen klar sind, funktioniert der „Prüfen-und-Anpassen“-Zyklus des Teams; sind sie hingegen vage oder veraltet, werden Entscheidungen auf der Grundlage fehlerhafter Informationen getroffen. Aus diesem Grund ist die Aufrechterhaltung einer aussagekräftigen „Definition of Done“ ein häufiges und wertvolles Thema bei Retrospektiven.

Häufig gestellte Fragen zu den Scrum-Artefakten

Welche drei Scrum-Artefakte gibt es?

Die drei Scrum-Artefakte sind das Product Backlog, das Sprint Backlog und das Increment. Jedes davon steht für Arbeit oder Mehrwert und dient der Maximierung der Transparenz, sodass das gesamte Team und seine Stakeholder ein einheitliches Verständnis davon haben, was geplant ist, was gerade bearbeitet wird und was bereits abgeschlossen ist.

Welche Verpflichtungen bestehen für die einzelnen Scrum-Artefakte?

Jedes Artefakt verfügt über eine Zielvorgabe, die ihm eine klare Ausrichtung verleiht. Die Zielvorgabe für das Product Backlog ist das Produktziel, die für den Sprint ist das Sprintziel und die für das Inkrement ist die Definition of Done. Diese Zielvorgaben wurden im Scrum Guide 2020 hinzugefügt, um die Transparenz zu stärken und sicherzustellen, dass jedes Artefakt auf ein klares Ergebnis ausgerichtet ist.

Was ist der Unterschied zwischen dem Product Backlog und dem Sprint Backlog?

Das Product Backlog ist die einzige, geordnete Liste aller Aufgaben, die im Zusammenhang mit dem Produkt durchgeführt werden könnten – es unterliegt der Verantwortung des Product Owners und ist niemals vollständig. Das Sprint-Backlog ist die Teilmenge, die die Entwickler für den aktuellen Sprint auswählen, ergänzt um ihren Plan zur Umsetzung sowie das Sprint-Ziel. Kurz gesagt: Das Produkt-Backlog ist die gesamte Roadmap der Möglichkeiten; das Sprint-Backlog ist der festgelegte Teil dieses Sprints.

Was ist die Definition von „fertig“?

Die „Definition of Done“ ist der gemeinsam festgelegte Standard, den eine Arbeitsaufgabe erfüllen muss, um als abgeschlossen zu gelten – die mit dem Inkrement verbundene Verpflichtung. Dazu kann gehören, dass der Code überprüft, getestet, dokumentiert und bereitstellbar ist. Eine klare „Definition of Done“ verhindert, dass Arbeit als „fertig, aber nicht wirklich fertig“ gilt, und wird von den Teams im Rahmen ihrer Retrospektiven häufig überprüft und präzisiert.

Weiterführende Literatur