Online-Retrospektiven vs. persönliche Retrospektiven
Online-Retrospektiven und persönliche Retrospektiven verfolgen dieselben agilen Ziele, unterscheiden sich aber in der Logistik. Vergleichen Sie die Vor- und Nachteile und was bei beiden gleich bleibt.
Online- und Präsenz-Retrospektiven verfolgen dieselben agilen Ziele – sie unterscheiden sich hauptsächlich in der Durchführung. Für Präsenz-Retrospektiven sind ein Raum, Tafeln und Haftnotizen erforderlich; Online-Retrospektiven erfordern einen Videoanruf und ein Tool für die Zusammenarbeit, bieten jedoch die Möglichkeit zur Anonymität, zur unabhängigen Abstimmung und zur einfachen Erfassung von Ideen.
Auch wenn bei einer Remote- oder Online-Retrospektive nicht alle physisch im selben Raum anwesend sind, ändern sich die Ziele und Prinzipien von agil nicht. Bei agil geht es um den Prozess.
Eine Retrospektive vor Ort bedeutet, dass Sie einen Raum reservieren, diesen einrichten, Dinge auf Tafeln notieren, die logistischen Aspekte klären und anschließend die Haftnotizen sortieren müssen. Bei Remote-Retrospektiven liegt der Fokus eher darauf, das richtige Videokonferenz-Tool (Zoom, MS Teams, Skype) zu nutzen und über ein Online-Retrospektive-Tool zu verfügen, um effektiv zusammenzuarbeiten. Es geht nicht nur um einen Strom von Chats, unorganisierte Haftnotizen oder jemanden, der versucht, das Gesagte zu protokollieren, ohne selbst an der Diskussion teilnehmen zu können.
Laut dem „State of Remote Work“-Bericht, für den 3.500 Personen befragt wurden, nimmt die Arbeit von zu Hause aus zu, wobei Flexibilität, der Wegfall des Arbeitswegs und mehr Zeit für die Familie zu den wichtigsten Vorteilen zählen. Andererseits machen Zusammenarbeit, Kommunikation und Einsamkeit 40 % der größten Herausforderungen aus. Retrospektiven sind daher sowohl eine Chance als auch eine Herausforderung – ein Moment, in dem Menschen in einem unterstützenden Umfeld zusammenkommen, sich austauschen und voneinander lernen können. Die Vor- und Nachteile von Online-Retrospektiven sind:
Was sind die Vorteile von Online-Retrospektiven?
- Es wird einfacher, Menschen kennenzulernen
- Möglichkeit, asynchrone Retrospektiven durchzuführen
- Echtzeit-Feedback
- Keine manuelle Sortierung
- Chancengleichheit für alle, sich einzubringen
- Unabhängiges Brainstorming und Abstimmungen
- Anonyme Optionen
- Mehr Zeit für Gespräche und Teambildung
- Keine Produktionsblockaden oder Monologe mehr (eine Person, die über ihre Idee spricht)
- Es wurde kein Raum eingerichtet
Was sind die Nachteile von Online-Retrospektiven?
- Ein Verlust aller nonverbalen Signale
- Ein möglicher Verlust des allgemeinen Zusammengehörigkeitsgefühls
- Der Einsatz von Technologie für Videokonferenzen und Tools zur Zusammenarbeit
- Die Durchführung einer Retrospektive im Fernformat ist anspruchsvoller
Bei Online-Retrospektiven ist es wichtig, Wege zu finden, um eine gute Atmosphäre zu schaffen und sicherzustellen, dass jede Stimme im Raum „gehört“ wird. Sie müssen zwar keinen Raum vorbereiten, sollten sich aber dennoch auf die Sitzung vorbereiten.
Die Notwendigkeit, Engagement, Verbundenheit, Beteiligung und Akzeptanz für Entscheidungen weiter zu fördern, gilt für beide Arten von Retrospektiven, wenn auch mit leicht unterschiedlichen Strategien. Dies gewinnt noch mehr an Bedeutung, wenn Ihr Team verteilt ist – siehe warum Remote-Retrospektiven für den agilen Prozess entscheidend sind.
Auch wenn bei Online-Meetings nicht alle Teilnehmer nebeneinander sitzen, bedeutet das nicht, dass sie unpersönlich oder kühl sein müssen. Sie bieten die Gelegenheit, die einzelnen Teammitglieder etwas besser kennenzulernen, mehr über sie zu erfahren und sie dazu zu bewegen, den anderen einen kleinen Einblick in ihr Leben zu gewähren. Aktivitäten für Online-Meetings, die das Team verbinden, motivieren, herausfordern oder einbinden – einschließlich Ihrer Retrospektive –, sorgen dafür, dass es Gelegenheiten gibt, diese Beziehungen aufzubauen.
Häufig gestellte Fragen
Sind Online-Retrospektiven genauso effektiv wie Präsenzveranstaltungen?
Ja – eine gut durchgeführte Online-Retrospektive kann genauso effektiv sein wie eine Präsenzveranstaltung, manchmal sogar noch effektiver. Die Ziele sind dieselben: den Sprint reflektieren und Verbesserungsmaßnahmen vereinbaren. Online-Tools bieten echte Vorteile wie anonyme Beiträge, die automatische Erfassung von Ideen und eine einfache Teilnahme für Remote- oder Hybrid-Teams. Was sich ändert, ist die Logistik, nicht der Nutzen.
Was ist der Unterschied zwischen einer Online-Retrospektive und einer Präsenz-Retrospektive?
Der Unterschied liegt in der Logistik, nicht im Zweck. Bei Retrospektiven vor Ort sind ein gemeinsamer physischer Raum, Whiteboards und Haftnotizen erforderlich; bei Online-Retrospektiven wird ein Tool für die Zusammenarbeit genutzt, an dem alle aus der Ferne teilnehmen. Online-Formate erleichtern es, an verschiedenen Standorten tätige Teammitglieder einzubeziehen, anonym Beiträge zu leisten sowie die Ergebnisse automatisch zu erfassen und zu teilen.
Wie gestaltet man eine Remote-Retrospektive so, dass sie interessant bleibt?
Geben Sie den Teilnehmern zu Beginn Zeit, sich miteinander auszutauschen, nutzen Sie ein Tool, mit dem alle gleichzeitig Beiträge leisten können (idealerweise anonym), lassen Sie die Kameras eingeschaltet, wo immer dies möglich ist, und variieren Sie die Vorlage, damit sich das Meeting nicht monoton anfühlt. Das Ziel ist eine gleichberechtigte Beteiligung – jede Stimme soll gehört werden –, was ein gutes Tool für Online-Retrospektiven unterstützen soll.