Warum Story-Points auf der Fibonacci-Folge basieren
Die Story-Points steigen von 1, 2, 3, 5, 8 auf 13, da die sich vergrößernden Abstände Unsicherheit widerspiegeln – die Skala gibt nicht länger vor, man könne einen 13er von einem 14er unterscheiden. Hier erfahren Sie, warum gerade diese Abstände entscheidend sind.
Die Lücken werden größer, weil die Unsicherheit zunimmt. Eine Skala, auf der man „7“ angeben kann, ist eine Skala, auf der man so tun kann, als ob.
Bei der Fibonacci-Folge – 1, 2, 3, 5, 8, 13, 21 – werden die Zahlen mit zunehmender Größe weiter auseinander gesetzt. Dieser Abstand dient nicht nur der Optik. Er kodiert das, worum es bei jeder Schätzung wirklich geht: wie sicher Sie sich sind. Den Unterschied zwischen einer 2 und einer 3 zu erkennen, ist eine echte Unterscheidung, über die Ihr Team diskutieren und zu einer Einigung gelangen kann. Den Unterschied zwischen einer 21 und einer 22 zu erkennen, ist reine Show. Die Folge vergrößert die Abstände, damit die Skala keine Präzision mehr vorgibt, die sie nicht liefern kann.
Warum nicht von 1 bis 10?
Denn eine Linear-Skala verspricht Unterscheidungen, die es gar nicht gibt. Geben Sie einem Team zehn Kategorien, und jemand wird zehn Minuten damit verbringen, über die Unterscheidung zwischen 6 und 7 zu streiten – ein Unterschied, der sich in Luft auflöst, sobald jemand die Codebasis öffnet. Fibonacci bietet Ihnen etwa sechs brauchbare Kategorien und zwingt Sie zur Entscheidung: Entweder ist es eine 5 oder eine 8. Es gibt keine 6 oder 7, hinter der man sich verstecken könnte, sodass sich die Diskussion auf das Wesentliche verlagert – darauf, was dieses Projekt größer macht als die Referenzstory.
Warum 1, 2, 3, 5, 8?
Bei manchen Kartensätzen werden ein oder zwei Zahlen weggelassen; der klassische Planning-Poker-Kartensatz lautet 1, 2, 3, 5, 8, 13, 21. Die genaue Zusammensetzung ist weitaus weniger wichtig als die Struktur. Allen Varianten gemeinsam ist die sich vergrößernde Lücke – jede Stufe entspricht in etwa der Summe der beiden vorhergehenden, sodass die Sprünge genau dort größer werden, wo Ihre Einschätzungsfähigkeit nachlässt. Wählen Sie ein Deck aus und bleiben Sie dabei; lassen Sie nicht zu, dass das Team die Skala bei jedem Sprint neu verhandelt, da Sie sonst die Kalibrierung aller Beteiligten ohne jeden Nutzen zurücksetzen.
Modifizierte Fibonacci-Zahlen und Zweierpotenzen
Die meisten Planning-Poker-Tools enthalten ein modifiziertes Fibonacci-Kartenspiel – ½, 1, 2, 3, 5, 8, 13, 20, 40, 100 –, bei dem die oberen Werte gerundet werden. Bei dieser Größenordnung unterscheidet niemand eine 34 von einer 21, daher rundet das Kartenset auf 20, 40, 100 ab und gibt den Anschein nicht länger vor. Zweierpotenzen (1, 2, 4, 8, 16) funktionieren aus demselben Grund: exponentielle Abstände. Entscheiden Sie sich für Fibonacci, es sei denn, Ihr Team beherrscht das Verdoppeln bereits fließend – der Unterschied ist rein kosmetischer Natur, und ein Wechsel des Kartensatzes während des Spiels setzt lediglich die Kalibrierung aller Beteiligten zurück.
Wenn die Waage die falsche Lösung ist
Wenn jede Story eine 8 oder eine 13 ergibt, liegt das Problem nicht bei der Skala – die Stories sind zu umfangreich. Teilen Sie sie auf; streben Sie keine 34 an. Und wenn Sie feststellen, dass Sie eine 6 wünschen, haben Sie begonnen, in Stunden mit zusätzlichen Schritten zu schätzen. Die fehlende 6 ist eine Funktion.
Verwenden Sie die Fibonacci-Zahlen, da Unsicherheit nicht Linear ist. Die Zahlen verteilen sich, weil sich Ihr Konfidenzniveau entgegengesetzt verhält.
Häufig gestellte Fragen
Warum lauten die Story-Punkte 1, 2, 3, 5 und 8?
Denn die Abstände spiegeln wider, wie die Unsicherheit mit der Größe zunimmt. Der Unterschied zwischen einer 2 und einer 3 ist real und diskutabel; der Unterschied zwischen einer 21 und einer 22 ist nur Rauschen. Die Fibonacci-Folge vergrößert die Abstände mit steigenden Zahlen, sodass die Skala keine Präzision mehr verspricht, die sie nicht liefern kann.
Warum sollte man die Fibonacci-Skala anstelle einer Skala von 1 bis 10 verwenden?
Eine lineare Skala von 1 bis 10 lädt zu Diskussionen über die Unterscheidung zwischen 6 und 7 ein – eine Unterscheidung, die bei der Auseinandersetzung mit dem Werk keinen Bestand haben wird. Die Fibonacci-Reihe bietet Ihnen etwa sechs brauchbare Kategorien und zwingt Sie zu einer Entscheidung: Entweder ist es eine 5 oder eine 8, dazwischen gibt es nichts, hinter dem man sich verstecken könnte.
Was ist die modifizierte Fibonacci-Folge?
Eine gerundete Version – ½, 1, 2, 3, 5, 8, 13, 20, 40, 100 –, die in vielen Planning-Poker-Kartensätzen verwendet wird. Dabei werden die großen Zahlen gerundet, da kein Team in diesem Bereich einen sinnvollen Unterschied zwischen einer 34 und einer 21 macht. Die Rundung gibt dies lediglich zu.
Warum wird bei Planning Poker die Fibonacci-Folge verwendet?
Sobald die Schätzungen ungenau werden, zwingen die Karten also zu einer Entscheidung. Da sich die Abstände mit steigenden Zahlen vergrößern, gibt es keinen Mittelwert, auf den man sich stützen könnte – man entscheidet sich für eine 5 oder eine 8, und die Diskussion dreht sich dann darum, warum.
Weiterführende Literatur
- Was sind Story-Punkte? – das Konzept, das mit dieser Skala gemessen wird, und warum Geschichten mit 1 Punkt ein Warnsignal darstellen.
- Story-Punkte vs. Stunden – die Umrechnungsfalle, vor der die fehlenden Zahlen schützen.
- Leitfaden zur agilen Schätzung – der vollständige Schätzungs-Cluster.
- Kostenloses Planning Poker für agile Teams – Fibonacci-, modifizierte Fibonacci- und Zweierpotenz-Kartensätze, bereit für die Abstimmung.